Gestärkt aus der Krise? – Im Sturm den Aufstieg vorbereiten!

Wir wissen nicht, wie das „neue Normal“ nach der Krise aussehen wird. Aber eines ist sicher: Es wird digitaler seine als bisher gedacht. Wie ein Digitalisierungsprojekt strukturiert wird, und vor allem: Wie es in dieser Krisenzeit finanziert werden kann, darüber informierten sich knapp 50 Teilnehmer in der 2te Episode der Webinar-Serie „Digitalisierung der Werkzeugindustrie“.

Grundsätzlich sind drei Arten von Digitalisierungsprojekten zu unterscheiden. Die Digitalisierung von Produkten und Services als Voraussetzung zur Unterstützung digitaler Geschäftsprozesse oder direkt für ein innovatives Produkt- oder Serviceangebot. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen zur Effizienzsteigerung in Administration und Wertschöpfung oder der unternehmensübergreifenden Vernetzung von Wertschöpfungsketten. Vorhaben dieser Art sind so „alt“ wie der Einsatz von Informationstechnologie in Unternehmen. Genau deswegen sind auch viele Problemstellungen „alt“, etwa die der wortwörtlichen Digitalisierung. Ohne „sauber“ Stammdaten, ohne vollständige Bewegungsdaten funktionieren werden ERP-Systeme noch eine NC-Verfahrenskette. Digitale Geschäftsmodelle sind demgegenüber neu. Unterschieden werden „Meta-Daten getriebene Modelle“. Dazu gehört ganz prominent Google oder Amazon, die auf Basis von Zugriffsprofilen punktgenaue Werbung bzw. Empfehlungen generieren können. Der „Rohstoff“ sind also nicht Produktdaten, sondern Daten über die Daten (Meta Daten. Es gibt auch Geschäftsmodelle mit Ist-Daten, beispielsweise aus dem Bereich der Predictive Maintenance.

Gemeinsamer Nenner aller Digitalisierungsprojekte sind stets die digitalen Zwillinge, also die maschinenlesbaren Repräsentanten der relevanten Objekte. Dazu zählen die Werkzeuge als CAD-Modell oder die Bestell- oder Rechnungsdokumente als digitale Formulare. Gemeinsames Arbeitspaket in jedem Projekt ist dementsprechend die Wort-wörtliche Digitalisierung diese Objekte. Und dieser Schritt dauert zwischen 6- und 9 Monaten, manchmal auch länger, wie verschiedene Projektbeispiele zeigen. Klicken Sie hier um zu einem Projektbeispiel zu gelangen. Diese Projektlaufzeit entspricht der wahrscheinlichen Dauer des „Downturns“!

Digitalisierungsprojekte sind meistens Teilprojekte übergeordneter Vorhaben, die vielfach durch Wettbewerbsdruck ausgelöst werden.

Auswertung der Online-Befragung während des Seminars:

Es geht auch darum zu erkennen, dass Digitalisierung erst dann gelungen ist, wenn maschinenlesbare Informationen bereitstehen. Am Beispiel einer Seite aus einem Werkzeugkatalog lässt sich gut zeigen dass nur mit der in der Katalogstruktur abgebildeten Semantik die abgebildeten Werkzeuge eindeutig beschrieben sind. Der Bezug zu einem Kapitel und graphisch abgebildete Referenzen sind aber per Computer nicht zu interpretieren. Die Katalogseiten sind nicht maschinenlesbar.

Ein Digitalisierungsprojekt ist grundsätzlich in 4 Phasen gegliedert. Wichtig ist dabei die Empfehlung mit der Datenaufbereitung so früh wie möglich zu beginnen. Direkt im Anschluss an die Analysephase, die stets die Bestimmung des Datenreifegrads und des IT-Wirkungsgrads zum Inhalt hat.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten es in Bezug auf Digitalisierungsvorhaben grundsätzlich gibt erläuterte Dr. Carla Rieck (Förderberatung des Bundes“. Sie stellte verschiedene Arten der Fördermöglichkeiten vor.  Für mehr Informationen zu den einzelnen Fördermöglichkeiten klickt auf die Links oder ruft bei der kostenfreien Beratung unter der 0800 2623 008 an, hier wird auch euer Projekt kategorisiert und auf die Möglichkeiten der Förderung geprüft.

Zu beachten ist auch, dass jedes Bundesland ebenfalls Fördermaßnahmen durchführt. Ein äußerst interessantes Instrument, aber nach erster Einschätzung ungeeignet für Verbesserungsmaßnahmen ist zudem die steuerliche Forschungsförderung.

Im Rahmen des Webinars haben wir aus den vorgestellten Projekten ein konkretes Beispiel (SalesSupport Server für einen Werkzeughersteller) in Bezug auf die Fördermaßnahme „Digital Jetzt“ hinterfragt. Bis auf interne Aufwände des möglichen Antragstellers hat Dr. Rieck die Fördermöglichkeit positiv bewertet.

                    

Fazit

Wer nicht anfängt, wird auch nicht fertig! Früher oder später verpasst man den Anschluss an die Digitalisierung und an Industrie 4.0, was sich heute noch nach einer Zukunftsvision anhört, könnte schon morgen Realität sein. Und die Zeit zur Vorbereitung ist jetzt! Voraussichtliche Projektlaufzeiten und Dauer der Krise passen zueinander. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die nächste Episode widmet sich dem „Wie“ der Digitalisierung. Anhand des Beispiels eines Werkzeugherstellers wollen wir die Anforderungen und Lösungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Digitalisierung vertiefen.

Zur 3. Episode

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