Digitalisierung in der Praxis – Aus der Perspektive eines Werkzeugherstellers!

Die Dringlichkeit der systematischen Digitalisierung steigt mit der Krise. Durch reduzierte persönliche Kontakte wird die Kundenbindung geschwächt. Was treibt die Kaufentscheidung, wenn der Kuchen durch die Krise kleiner wird? Gut 80 Teilnehmer waren Online, um in der 3. Episode der Webinarreihe „Digitalisierung der Werkzeugindustire“ dies Fragen aus der Perspektive des Werkzeugherstellers zu diskutieren.

Die steigende Bedeutung digitaler Zwillinge in der „Nach“ Corona Zeit – und wie sich Werkzeughersteller darauf vorbereiten können erläuterte Dr Götz Marczinski von der gastgebenden CIMSOURCE GmbH. Nick Bergheim, Technical Director der Moldino Tool Engineering Europe GmbH berichtete aus der Praxis, wie sich ein Werkzeughersteller vorbereitet hat und weiter vorbereitet. Zum Abschluss konkretisierte Dr. Marczinski im Rückblick auf die Episode 2 der Webinarreihe die Möglichkeiten zur Projektfinanzierung. Die Schritte zur Datenaufbereitung wurden konkretisiert und geignete Methoden und Hilfsmittel vorgestellt.

Digitale Alternativen zur persönlichen Produktvorstellung und – einweisung können den Unterschied machen, wenn es langsam in die Normalisierung geht, so das Eingangstatement von Götz Marczinski. Wie steht es mit der digitalen Produktverfügbarkeit? Und da sind wir beim digitalen Zwilling.

Als maschinenlesbares Abbild des realen Produkts und seiner Eigenschaften „vertritt“ der digitale Zwilling die Produkte auf der eigenen Web-Seite, in Online-Katalogen und Konfiguratoren, auf Handelsplattformen, in Simulationsprogrammen und allen Anwendungen, die die Werkzeuganwender in frühen Phasen der Kaufentscheidung nutzen.

Die Anforderungen an die „digitalen Zwillinge“ werden aus der Kundenperspektive definiert, wofür bei CIMSOURCE grob in 5 „Level“ unterschieden werden. Die erforderliche Datenqualitität ist entsprechend gestuft von der einfachen Anwendung “ Suchen und Finden“ über die ansruchsvollere Ebene der „CAM Datenbereitstellung“ bis zur Anwendungssuche „Tool in Use“ definiert.

Dass der Kunde die Datenqualität bestimmt, bestätigt auch Nick Bergheim. Für die Kunden der klar auf den Werkzeug- und Formenbau fokussierten Moldino Tool Engineering GmbH (vormals Hitachi) waren bereits ab 2007 die bislang bereitgestellten Daten, vor allem Grafiken im DXF Format nicht ausreichend. Deswegen orientierte Moldino sich an internationalen Standards, aber vor allem auch an Hersteller-übergreifenden Initiativen zur Datenbereitstellung wie dem GTDE-Verein und ToolsUnited. Im Bereich der Geometriedatenbereitstellung für die anspruchsvollen Formenbauer wurde auch Pionierarbeit mit parametrischen 3D Modellen geleistet. Mittlerweile stehen für den Großteil der Produkte generische Modelle zur Verfügung , die über die geometrischen Parameter angesteuert werden. Es sind jetzt „nur“ noch die Stammdaten, d. h. vor allem die geometrischen Parameter zu pflegen. Dazu nutzt Moldino hausintern u.a. einen SalesSupportServer. Für die Standardprodukte spielt auch Toolsunited eine wesentliche Rolle.

Für den angestrebten weltweiten Service ist die Zuarbeit der japanischen Muttergesellschaft erforderlich, da die Produktspektren sich in den unterschiedlichen Vertriebsregionen unterscheiden. Voraussetzung ist, dass die Stammdaten klar definiert und maschinenlesbar verfügbar sind. Dafür zu sorgen, dass das so ist, nennt man Digitalisierung. Und Digitalisierung bedeutet Grundlagenarbeit, die auch bei Moldino immer wieder liegen geblieben ist. Jetzt sollen die Aktivitäten zur Datenaufbereitung vom Sockel der Deutschland gemachten Erfahrungen vorangetrieben werden.

Den Faden der Datenaufbereitung griff Dr. Marczinski zum Abschluss der informationsgeladenen „Online Stunde“ nochmals auf und zeigte die entscheidenden Arbeitsschritte im Rahmen eines wie bei Moldino angelegten Digitalisierungsvorhabens. Die Festlgung des Zielzustands von Datenstrukturen und – inhalten aus der Kundenperspektive einerseits und die Bestimmung des Datenreifegrads im Betrieb anderseits. Die eigentliche Digitalisierungsarbeit findet zwischen diesen so definierten Soll- bzw. Istzuständen statt. Und dafür bietet CIMSOURCE Methoden und Hilfsmittel, vor allem aber Erahrung aus über 35 Digitalisierungsprojekten.

Fazit

Digitalisierung heißt Grundlagenarbeit. Jetzt ist Zeit dafür! Unterstützung dafür findet jeder Werkzeughersteller bei CIMSOURCE. Dabei hat der Werkzeughersteller jederzeit die Kontrolle über seine Daten.

Die nächste Episode widmet sich den Herausforderungen der Digitalisierung aus der Anwenderperspektive. Anhand des Beispiels eines Werkzeuganwenders wollen wir die Anforderungen und Lösungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Digitalisierung zeigen.

                  

 

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