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MaschinenMarkt (Jan 2004, Ausgabe 3, Seiten 14-15)
Aktuelles: Werkzeuge
Der Kostenfalle entrinnen
Der Zeichnungs-Daten-Austausch mit ihren Kunden kostete die deutschen
Werkzeughersteller bisweilen viel, viel Geld. Mit dem Projekt Graphical-Tool-Data-Exchange
(GTDE) wird jetzt kräftig dagegengesteuert.
Von DIETMAR KÜHN
"Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne" - so will es
ein altdeutsches Sprichwort wissen. Doch zum "Hobeln" oder
treffender ausgedrückt zum Bohren, Drehen oder Fräsen braucht
man Werkzeuge. Diese werden sowohl dem kleinen wie auch dem großen
Konzern-Betrieb von den Werkzeugherstellern bereitgestellt. Betrachtet
man beispielsweise die deutsche Fertigungsindustrie mit ihren modernen
und schnell laufenden Maschinen und die daraus resultierende, ungezählte
Vielfalt an Produkten, dann kommt da schon eine Menge an Werkzeugen
zusammen.
Gerhard Stolz, Leiter Patent- und Vertragswesen bei Komet und erster
Vorsitzender des GTDE:
"Den grafischen Datenaustausch zwischen Werkzeughersteller und Werkzeuganwender
werden wir gemeinsam auf einen Punkt bringen und damit die Kosten für alle
drastisch senken."
Der Kunde des Werkzeugherstellers ist bei den meist eng kalkulierten
Preisen praktisch gezwungen, seine Werkzeuge außer zur Pflege
auch vorrätig im Werkzeugmagazin zu haben oder genau das fehlende
Werkzeug innerhalb kürzester Zeit zu beschaffen, um seine Maschinen
am Laufen zu halten. Dazu muss er seine Werkzeuglieferanten und damit
auch seine Werkzeuge kennen. Also was hilft da mehr als eine aussagefähige
und lückenlose Werkzeugdokumentation? Darüber hinaus werden
diese Daten auch für die NC-Programmierung oder die ISO-Zertifizierung
benötigt. Wesentlicher Bestandteil einer solchen Dokumentation
ist die Zeichnung.
Dass diese Aufgabe seitens der Werkzeughersteller zu lösen ist,
das bestätigt die Aussage von Bernhard Gönner, Manager Global
Engineering Standardization bei Kennametal in Nürnberg: "Während
eines vor zirka drei Jahre stattgefundenen Forums bei einem Industriekonzern
wurde eine Klassifizierung von Werkzeugen vorgestellt. Große Anwender
vertraten die Meinung, dass es die Aufgabe der Werkzeughersteller ist,
zukünftig die Graphiken der Werkzeuge in den jeweils hausinternen
Spezifikationen der Anwender schnellstmöglich bereitzustellen."
Dr. Götz Marczinski, Geschäftsführer CIM GmbH:
"Die Entwicklung eines Prototypen-Zeichnungsrahmens, der im Internet
verfügbar ist, bildet die Grundlage für die weitere Arbeit."
"Die Werkzeughersteller erkannten daraufhin recht schnell, dass
diese Aufgabe nur gemeinsam gelöst werden kann", konstatiert
Gerhard Stolz, Prokurist und Leiter des Patent- und Vertragswesens sowie
der Normung beim Präzisionswerkzeughersteller Komet in Besigheim.
Nach einigen Vorgesprächen wurde dann auch unter dem Dach der VDMA-Fachgemeinschaft
Präzisionswerkzeuge am 4. Dezember 2003 der Verein zur Förderung
des elektronischen Datenaustauschs unter der englischen Bezeichnung
Graphical Tool Data Exchange - Standard Open Base (GTDE) gegründet.
Erste Aufgabe des GTDE ist die einheitliche Bereitstellung von 2D-Werkzeuggrafiken
mit den von den Kunden geforderten Zeichnungsrahmen sowie den parametrischen
Werkzeugdaten in den Schriftfeldern des Zeichnungsrahmens.

"Wenn man sich vorstellt, dass diese Zeichnungsrahmen mit den
entsprechenden Daten bisher in den verschiedensten Formaten und unterschiedlichsten
Layouts von jedem Werkzeughersteller an jeden Kunden gegeben und immer
wieder neu erzeugt werden mussten, dann kann man die immensen Kosten,
die dadurch entstanden nur erahnen", so Volker Höfermann,
Gruppenleiter Angebotskonstruktion bei Seco in Erkrath. "Mitunter übersteigen
die Investitionen, wie beispielsweise in unserem Hause, sechsstellige
Beträge - je nachdem wie viele Mann-Stunden dafür erforderlich
sind", so Höfermann weiter.
Wie die bisherige Praxis zeigt, waren für die Erstellung einer
Zeichnung - also von der Kundenanforderung bis hin zur Übergabe
der Zeichnung an den Kunden - zehn Tage erforderlich. Obwohl die Werkzeuge
im Mittel in nur 48 Stunden dem Kunden zur Verfügung gestellt werden
können, konnte sich durch die fehlende Dokumentation ein Produktionsanlauf
um Tage verzögern.
Die Lösung, alles einfacher, flexibler und kostengünstiger
zu gestalten liegt in der Nutzung eines speziellen Servers, auf den
beide Seiten - der Anbieter wie auch der Kunde - Zugriff haben.
Dazu sollen im Wesentlichen folgende Ideen verwirklicht werden:
- Die 2D-Grafiken sollen losgelöst von Zeichnungsformaten
sein.
- Die auf den Zeichnungen enthaltenen Informationen müssen
als Datensatz ungeachtet ihrer Position übertragen werden können.
- Die Feldnamen und die Textpositionen müssen vergleichbar
sein.
- Werkzeuganbieter und Werkzeuganwender nutzen den gleichen
Datenpool.
- Werkzeuganwender sollen auf Standardwerkzeuge in diesem Datenpool
direkt zugreifen und diese mit ihren Zeichnungsformaten verlinkt auf ihren
Netzwerken speichern können.
Die Grundlagen dafür lieferten verschiedene Arbeitsgruppen mit
den Aufgaben der Organisation, Finanzierung, Pflichtenheft, Definition
der Zeichnungsausführung sowie dem zu erstellenden Prototypen -
Letztere mit einem demonstrations- und lauffähigen Model zum Datenaustausch.
Dieser Prototyp steht allen Interessenten als Demo im Internet zur Verfügung.
Volker Höfermann, Gruppenleiter Angebotskonstruktion bei Seco:
"Von GTDE profitieren nicht nur die Werkzeughersteller, sondern auch
die Werkzeuganwender. Alles wird einfacher und übersichtlicher, was
gerade einem größeren Werkzeughersteller wie Seco durchaus
entgegenkommt."
"Mit dem Prototypen ist es uns gelungen, einen ersten einheitlichen
Zeichnungsrahmen für alle Werkzeughersteller und alle Werkzeugkunden
zu erstellen, auf dessen Basis wir jetzt weiter entwickeln", so
Götz Marczinski, Geschäftsführer der CIM GmbH in Aachen.
Die CIM GmbH, reich an Erfahrung und mit dem Potenzial für Informations-
und Produktionsmanagement aus gestattet, übernimmt innerhalb des
GTDE die praktische Umsetzung des Projektes.
| Prototyp im Internet |
| Ihr Zugang zum GTDE-Prototyp im Internet: |
- http://gtde.toolsunited.com
- Benutzer: Seco
- Kennwort: Seco
- Artikel-Nummer: frei lassen
- Hersteller: Seco
- Seco-Nummer: frei lassen
- Artikel auswählen und links klicken
- Zeichnungsrahmen aus Pull-down-Menü wählen: ZF
DXF klicken
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Weitere Informationen: VDMA-Präzisionswerkzeuge, Dr. Wolfgang
Sengebusch, Tel. (0 69) 66 03-12 51, wolfgang.senge-busch@vdma.org
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